Ein Modul für Zahlungsregeln beantwortet eine scheinbar einfache Frage: Welche Zahlungsarten darf dieser Käufer für genau diesen Warenkorb verwenden? Die Antwort kann vom Kundenkonto, der Kundengruppe, dem Bestellwert, den Produkten, der Lieferadresse oder der Website abhängen. Ein gutes Modul setzt diese Vorgaben nachvollziehbar um, ohne sich als Zahlungsdienstleister auszugeben.
Kurzantwort: SoftwareSilo passt gut zu Magento-Open-Source-Shops, die erlaubte Zahlungsarten über Profile für einzelne Kunden und Kundengruppen steuern möchten – ergänzt um Warenkorbbedingungen, Website-Zuordnung und Prioritäten. Amasty bietet ein umfangreiches Sperrregel-System mit Zeitplänen und Kaufhistorie. Mageplaza verbindet Einschränkungen auf Wunsch mit einem größeren Payment-Paket. Adobe Commerce B2B ist interessant, wenn Firmenkonten, Unternehmenskredit und Bestellfreigaben ohnehin Teil des Projekts sind.
Vergleich auf einen Blick
| Lösung | Regelmodell | Besondere Stärke | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| SoftwareSilo Payment Profiles | Erlaubte Zahlungsarten je Profil | Direkte Zuordnung zu Kunden und Gruppen, Website, Warenkorbbedingungen, Priorität | B2B-Shops auf Magento Open Source mit kontospezifischer Zahlungspolitik |
| Amasty Payment Restrictions | Zahlungsarten bei passenden Regeln sperren | Viele Bedingungen, Zeitsteuerung, Hinweise und Kaufhistorie | Shops mit umfangreichem Ausnahme- und Sperrregelwerk |
| Mageplaza Payment Restrictions / Suite | Zahlungsarten regelbasiert ein- oder ausblenden | Shop-, Gruppen-, Warenkorb-, Versand-, Produkt- und Zeitbedingungen; Payment Suite mit Gebühren | Bestehende Mageplaza-Projekte oder Kombination aus Regeln und Zahlungsgebühren |
| Adobe Commerce B2B | Firmenbezogene Zahlungsoptionen und B2B-Abläufe | Payment on Account, Unternehmenskredit und Bestellfreigaben | Unternehmen mit Adobe-Commerce-B2B-Lizenz und Firmenprozessen |
Prüfen Sie vor dem Kauf immer Edition, Checkout, Theme, Zahlungsanbieter und das Zusammenspiel der Regeln in einer Staging-Umgebung. Die Verfügbarkeit von Zahlungsarten ist eine geschäftliche Kontrolle, keine reine Darstellungsfrage.
Wo SoftwareSilo einzuordnen ist
Mit dem Magento-2-Modul SoftwareSilo Zahlungsprofile legen Administratoren benannte Zahlungsprofile an. Jedes Profil gehört zu einer Website und enthält die Zahlungsarten, die verfügbar bleiben dürfen. Es lässt sich Kundengruppen und einzelnen Kundenkonten zuordnen und durch Magento-typische Bedingungen für den aktuellen Warenkorb eingrenzen.
Dieses Positivlisten-Modell ist für die Fachabteilung leicht lesbar: „Freigegebene Rechnungskunden dürfen Rechnung und Banküberweisung nutzen; alle anderen sehen nur Vorkasseverfahren.“ Treffen mehrere zugeordnete Profile zu, sorgt die Priorität für eine klare Reihenfolge. Das Modul filtert vorhandene Magento-Zahlungsarten, verarbeitet aber selbst keine Zahlung.
Die Grenzen sind genauso wichtig: Das Basismodul berechnet keine Gebühren oder Kreditlimits, speichert keine Karten, genehmigt keine Bestellungen und stellt keine eigene REST- oder GraphQL-API bereit. Es arbeitet in der üblichen Magento-Prüfung für verfügbare Zahlungsarten.
Unterschied zu Amasty
Amasty formuliert Regeln als Einschränkung: Treffen Bedingungen zu, werden ausgewählte Zahlungsarten gesperrt. Dokumentiert sind unter anderem Warenkorbinhalt, Zwischensumme, Kunden- und Adressattribute, Kaufhistorie, Gutscheine, Wochentage, Uhrzeiten, Store Views und Kundengruppen. Für gesperrte Methoden kann ein Hinweis erscheinen.
Das passt gut zu Ausnahmen wie „PayPal für dieses Produkt nicht anbieten“ oder „Nachnahme außerhalb dieses Zeitfensters sperren“. SoftwareSilo ist häufig übersichtlicher, wenn die Vorgabe mit einer genehmigten Auswahl für bekannte B2B-Konten oder Gruppen beginnt.
Unterschied zu Mageplaza
Mageplaza beschreibt Regeln für Warenkörbe, Kundengruppen, Produkte, Versandarten, Regionen, Stores und Zeiträume. Die Payment Suite kombiniert Einschränkungen zusätzlich mit Zahlungsgebühren. Das kann sinnvoll sein, wenn beides im selben Projekt benötigt wird.
SoftwareSilo bleibt bewusst enger: Es verändert keine Summen, sondern steuert die Sichtbarkeit über kontobezogene Positivlisten. Diese Konzentration ist hilfreich, wenn die Kernfrage schlicht lautet: „Wer darf welche bestehende Zahlungsart verwenden?“
Rolle von Adobe Commerce B2B
Adobe Commerce B2B ist kein einzelnes Regelmodul. Es ergänzt Firmenkonten, Rollen, Payment on Account, Unternehmenskredit und Bestellfreigaben. Außerdem lassen sich anwendbare Zahlungsarten für B2B-Bestellungen konfigurieren.
Wenn diese Firmenabläufe benötigt werden, gehört die native Adobe-Lösung in die engere Auswahl. Magento-Open-Source-Händler ohne Bedarf am vollständigen B2B-Paket fahren oft mit einem fokussierten Modul schlanker. SoftwareSilo ersetzt weder Unternehmenskredit noch Genehmigungsprozesse.
Fragen vor der Auswahl
- Brauchen Sie eine Positivliste, eine Sperrliste oder beides?
- Müssen einzelne Kundenkonten direkt angesprochen werden?
- Welche Warenkorb-, Produkt-, Adress- und Website-Bedingungen sind unverzichtbar?
- Was soll passieren, wenn keine Regel greift?
- Benötigen Sie Meldungen, Zeitsteuerung, Gebühren, Kredit oder Freigaben?
- Muss die Logik im Storefront-, Admin-, REST- oder Headless-Checkout gelten?
- Wie testen Sie Konflikte mit den Einstellungen der Zahlungsanbieter?
Quellen
- Adobe Commerce B2B konfigurieren
- Adobe Commerce: Bestellungen für Unternehmen
- Amasty Payment Restrictions
- Mageplaza Payment Restrictions
Zuletzt geprüft: 9. August 2026.
