Mit OCI und cXML kann ein Einkäufer im Magento-Katalog eines Lieferanten arbeiten und einen vorbereiteten Warenkorb in sein Beschaffungssystem zurückgeben. Der sichtbare Ablauf ähnelt sich. Nachrichten, Felder und Übergaberegeln sind jedoch verschieden.
Kurzantwort: OCI arbeitet häufig mit Formularfeldern und ist besonders in SAP-geprägten Einkaufsumgebungen verbreitet. cXML verwendet strukturierte XML-Nachrichten und kommt oft bei SAP Ariba, Coupa und anderen Plattformen zum Einsatz. Das Protokoll wird nicht nach Bequemlichkeit gewählt, sondern nach Vorgabe des Käufers. Entscheidend ist ein Test des konkreten Anmelde-, Katalog- und Rückgabevertrags.
Der gemeinsame Geschäftsablauf
- Der Einkäufer startet im Beschaffungssystem.
- Das System übermittelt Identität und Rückgabeziel an Magento.
- Magento öffnet eine geschützte Sitzung im richtigen Kundenkontext.
- Der Einkäufer stellt Produkte und Mengen zusammen.
- Magento überträgt die Positionen zurück, danach folgen Freigabe und Bestellung im Einkaufssystem.
Die Rückgabe erzeugt normalerweise noch keine Magento-Bestellung. Sie überträgt einen Anforderungswarenkorb in den Freigabeprozess des Käufers.
Die wichtigsten Unterschiede
| Thema | OCI | cXML |
|---|---|---|
| Typische Umgebung | Häufig SAP-zentrierte Beschaffung | Verbreitet bei SAP Ariba, Coupa und weiteren Plattformen |
| Nachrichtenform | Browser-Formularfelder und benannte Parameter | Strukturierte XML-Anfragen und Antworten |
| Sitzungsstart | OCI-Login oder Hook-URL | PunchOutSetupRequest und PunchOutSetupResponse |
| Warenkorbrückgabe | Indizierte OCI-Felder an die Rückgabe-URL | PunchOutOrderMessage an das Browser-Formularziel |
| Schwerpunkt beim Mapping | Feldnamen, Indizes, Einheiten, OCI-Sonderfelder | XML-Identitäten, Domains, Elemente, Klassifikationen, Extrinsics |
| Direkte Produktlinks | Abhängig vom OCI-Aufbau | cXML Level 2 kann Produkte oder Suchergebnisse direkt öffnen |
Das sind typische Muster. Die Spezifikation des Käufers bleibt maßgeblich. Selbst zwei Kunden auf derselben Plattform können unterschiedliche Identitäten und Pflichtfelder verwenden.
OCI in einem Magento-Projekt
Bei OCI stehen häufig Hook-URL, Anmeldewerte und die erwarteten Warenkorbfelder im Mittelpunkt. Produktkennung, Beschreibung, Menge, Einheit, Preis, Währung und Klassifikation brauchen stabile Zuordnungen. Indizierte Positionsfelder müssen synchron bleiben, damit Beschreibung und Preis nicht bei der falschen Position landen.
SAP-Projekte nennen oft OCI 4 oder OCI 5. Die Version beeinflusst den erwarteten Feldvertrag. Lassen Sie sich deshalb das aktuelle Testdokument des Käufers geben, statt nur einen allgemeinen Leitfaden zu verwenden.
cXML in einem Magento-Projekt
cXML beginnt mit einem PunchOutSetupRequest. Darin stehen Käuferidentität, Zugangsdaten, gewünschte Operation und Rückgabe-URL. Magento prüft die Anfrage, erstellt eine Sitzung und antwortet mit einem PunchOutSetupResponse, der die Startseite enthält.
Bei der Warenkorbrückgabe erzeugt Magento ein PunchOutOrderMessage. Lieferantenteilenummer, Einheit, Preis, Währung, Klassifikation und geforderte Extrinsics müssen den Regeln des Käufers entsprechen. cXML-Unterstützung liefert den Nachrichtenrahmen. Die käuferspezifische Zuordnung bleibt Projektarbeit.
Käuferidentität ist wichtiger als das Protokoll-Logo
Eine gute Integration ordnet den eingehenden Käufer eindeutig zu:
- Website und Store View
- Kunde oder Unternehmenskonto
- Kundengruppe
- sichtbarer Katalog
- Vertragspreise und Steuerkontext
- Protokoll- und Mapping-Profil
Ist diese Zuordnung falsch, kann die Anmeldung technisch funktionieren und trotzdem falsche Produkte oder Preise zeigen. Unbekannte Käufer und ungültige Zugangsdaten müssen sicher abgelehnt werden, ohne vertrauliche Informationen in Fehlern oder Logs offenzulegen.
Häufige Fehler
Anmeldung erfolgreich, Preise falsch: Käuferprofil und Magento-Kundenkontext passen nicht zusammen oder die Preislogik benötigt weiteren Kontext.
Zurückgegebene Positionen werden abgelehnt: Einheit, Währung, Lieferantenteilenummer oder Klassifikation entspricht nicht der Werteliste des Käufers.
Leere Seite nach Rückgabe: Rückgabeziel fehlt, ist ungültig oder wird durch die URL-Sicherheitsprüfung blockiert.
cXML-Anfrage wird abgelehnt: Identity-Domain, Sender, Shared Secret, Zeitstempel und XML-Struktur gegen ein bereinigtes Referenzbeispiel prüfen.
OCI-Positionsdaten sind verschoben: Indizes aller Pflichtfelder vergleichen.
Kann ein Magento-Shop beides unterstützen?
Ja. SoftwareSilo PunchOut kann OCI- und cXML-Käuferprofile in einer Magento-Installation verwalten. Jeder Käufer erhält eigene Zugangsdaten, Kundenkontext, Store View und Zuordnung. Das eignet sich für Lieferanten, die SAP-OCI-Kunden und cXML-Kunden parallel bedienen.
Die Profile sollten getrennt bleiben. Ein Universal-Mapping wird unübersichtlich, sobald Einheiten, Klassifikationen oder Sonderfelder voneinander abweichen.
Häufig gestellte Fragen
Ist cXML der Nachfolger von OCI?
Nein. Es sind unterschiedliche Integrationsstandards in verschiedenen Beschaffungsumgebungen. Viele Lieferanten benötigen beide, weil der jeweilige Kunde das Protokoll festlegt.
Funktioniert OCI nur mit SAP?
OCI ist eng mit SAP-Beschaffung verbunden. Maßgeblich bleiben dennoch das konkrete System und die Spezifikation des anfragenden Käufers.
Was bedeutet cXML Level 2 PunchOut?
Level 2 erlaubt tiefere Verweise auf ein Produkt oder Suchergebnis, statt nur die Katalogstartseite zu öffnen. Indexierung und Zielverhalten müssen mit der Käuferplattform abgestimmt werden.
Erzeugt die Warenkorbrückgabe eine Magento-Bestellung?
In der Regel nicht. Sie überträgt eine Bestellanforderung in das Beschaffungssystem. Eine genehmigte Bestellung kann später über eine separate Bestellnachricht zurückkommen.
Quellen
- SAP Open Catalog Interface Dokumentation
- cXML User's Guide
- Coupa-Dokumentation zu PunchOut und Bestellungen
- SoftwareSilo PunchOut
