Über das Open Catalog Interface, kurz OCI, kann ein SAP-Einkäufer den aktuellen Katalog eines Magento-Lieferanten öffnen. Produkte werden im Shop gesucht und konfiguriert. Danach gehen die ausgewählten Positionen zurück in die SAP-Beschaffung, wo Kontierung, Freigabe und Bestellung stattfinden.
Wichtig: „SAP S/4HANA“ oder „SAP SRM“ beschreibt noch nicht den vollständigen Integrationsvertrag. Der Käufer muss OCI-Version, Aufrufparameter, Rückgabeziel und Pflichtfelder seiner konkreten Umgebung bereitstellen.
Der OCI-Ablauf
Beim normalen Login sendet SAP die vereinbarten Zugangswerte und eine Rückgabe-URL an Magento. Das Käuferprofil ordnet die Anfrage einer Store View und, falls gewünscht, einem Magento-Kunden zu. Dadurch gelten dessen Sortiment und Preise.
Nach der Produktauswahl erzeugt Magento indizierte OCI-Felder wie Artikelnummer, Beschreibung, Menge, Einheit, Preis und Währung. Das Browserformular übermittelt sie an das hinterlegte SAP-Ziel. Erst dort entsteht die Bestellanforderung.
OCI 4.0 und OCI 5.0
Beide Versionen werden in laufenden SAP-Landschaften verwendet. Deshalb sollte die Version im Käuferprofil fest vereinbart sein und nicht aus einem frei übergebenen Request-Feld übernommen werden.
Neben dem vollständigen Katalogaufruf sind je nach Version direkte Produktfunktionen relevant:
DETAILöffnet eine bestimmte Produktdetailseite, ohne einen Warenkorb aufzubauen.DETAILADDöffnet das Produkt und gibt nach dem Hinzufügen genau diese Position zurück.- Nicht unterstützte Funktionen sollten ausdrücklich abgelehnt werden, statt versehentlich eine normale Einkaufssitzung zu starten.
Die Produktkennung für Direktaufrufe kann die Magento-SKU oder ein eindeutig gepflegtes Produktattribut sein. Diese Entscheidung muss zum SAP-Katalog passen.
Welche Felder werden zurückgegeben?
Ein brauchbares Basismapping enthält Artikelnummer, Kurz- und Langtext, Menge, Bestelleinheit, Preis, Währung und Warengruppe beziehungsweise Klassifikation. Projekte können zusätzliche Felder wie Lieferzeit oder Herstellercode verlangen.
Solche Werte sollten aus belastbaren Magento-Daten kommen. Der sichtbare Herstellername ist nicht automatisch ein gültiger SAP-Herstellercode, und eine frei erfundene Lieferzeit hilft niemandem. Kundenspezifische Felder gehören in ein eigenes Mapping-Profil.
Kundenkontext und Preise
OCI authentifiziert den Aufruf, aber die Zugangsdaten allein bestimmen noch keinen Preis. Das Käuferprofil muss den richtigen Magento-Kontext auflösen:
- Website und Store View
- fester Kunde, E-Mail-Identität oder Gast
- Kundengruppe und Katalogfreigaben
- Währung, Steuern und Preisregeln
Prüfen Sie nicht nur, ob der Shop öffnet. Vergleichen Sie mehrere bekannte Artikel mit den vereinbarten Preisen des Kunden.
Was OCI nicht automatisch übernimmt
Die OCI-Warenkorbrückgabe ist kein vollständiger cXML-Belegzyklus. Sie legt nicht automatisch einen Magento-Auftrag an und versendet auch keine cXML-Bestätigung, Versandmeldung oder Rechnung. Falls das Projekt Folgebelege verlangt, braucht es dafür einen abgestimmten zusätzlichen Integrationsweg.
Abnahmetests für SAP OCI
- Gültigen und ungültigen Login prüfen.
- Store View, Sprache, Währung und Kundenpreise vergleichen.
- Einfachen, konfigurierbaren und optionalen Artikel testen.
- Mengen, Dezimalwerte und Einheiten kontrollieren.
- Sonderzeichen und lange Beschreibungen prüfen.
- Mehrere Positionen zurückgeben und jeden Index vergleichen.
DETAILundDETAILADDtesten, wenn sie vereinbart sind.- Abbruch, erneuten Einstieg und abgelaufene Sitzung prüfen.
- Den Warenkorb im SAP-Testsystem bis zur Bestellanforderung verfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Funktioniert OCI nur mit SAP SRM?
Nein. OCI findet sich auch in anderen SAP-geprägten Beschaffungsarchitekturen. Entscheidend ist, dass das Zielsystem den vereinbarten OCI-Vertrag bereitstellt.
Kann Magento mehrere SAP-Kunden bedienen?
Ja. Jeder Kunde erhält ein separates Käufer- und Mapping-Profil. So bleiben Zugangsdaten, Preise und Pflichtfelder voneinander getrennt.
Muss ein Kunde im Magento-Frontend angelegt sein?
Nicht immer. Ein Käuferprofil kann als Gast arbeiten. Für kundenspezifische Kataloge und Preise ist eine eindeutige Kundenzuordnung jedoch meist sinnvoll.
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