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SAP OCI PunchOut mit Magento 2: Leitfaden für SRM und S/4HANA

SoftwareSilo · 30. August 2026 · 4 min
SAP OCI PunchOut mit Magento 2: Leitfaden für SRM und S/4HANA

Über das Open Catalog Interface, kurz OCI, kann ein SAP-Einkäufer den aktuellen Katalog eines Magento-Lieferanten öffnen. Produkte werden im Shop gesucht und konfiguriert. Danach gehen die ausgewählten Positionen zurück in die SAP-Beschaffung, wo Kontierung, Freigabe und Bestellung stattfinden.

Wichtig: „SAP S/4HANA“ oder „SAP SRM“ beschreibt noch nicht den vollständigen Integrationsvertrag. Der Käufer muss OCI-Version, Aufrufparameter, Rückgabeziel und Pflichtfelder seiner konkreten Umgebung bereitstellen.

Der OCI-Ablauf

Beim normalen Login sendet SAP die vereinbarten Zugangswerte und eine Rückgabe-URL an Magento. Das Käuferprofil ordnet die Anfrage einer Store View und, falls gewünscht, einem Magento-Kunden zu. Dadurch gelten dessen Sortiment und Preise.

Nach der Produktauswahl erzeugt Magento indizierte OCI-Felder wie Artikelnummer, Beschreibung, Menge, Einheit, Preis und Währung. Das Browserformular übermittelt sie an das hinterlegte SAP-Ziel. Erst dort entsteht die Bestellanforderung.

OCI 4.0 und OCI 5.0

Beide Versionen werden in laufenden SAP-Landschaften verwendet. Deshalb sollte die Version im Käuferprofil fest vereinbart sein und nicht aus einem frei übergebenen Request-Feld übernommen werden.

Neben dem vollständigen Katalogaufruf sind je nach Version direkte Produktfunktionen relevant:

  • DETAIL öffnet eine bestimmte Produktdetailseite, ohne einen Warenkorb aufzubauen.
  • DETAILADD öffnet das Produkt und gibt nach dem Hinzufügen genau diese Position zurück.
  • Nicht unterstützte Funktionen sollten ausdrücklich abgelehnt werden, statt versehentlich eine normale Einkaufssitzung zu starten.

Die Produktkennung für Direktaufrufe kann die Magento-SKU oder ein eindeutig gepflegtes Produktattribut sein. Diese Entscheidung muss zum SAP-Katalog passen.

Welche Felder werden zurückgegeben?

Ein brauchbares Basismapping enthält Artikelnummer, Kurz- und Langtext, Menge, Bestelleinheit, Preis, Währung und Warengruppe beziehungsweise Klassifikation. Projekte können zusätzliche Felder wie Lieferzeit oder Herstellercode verlangen.

Solche Werte sollten aus belastbaren Magento-Daten kommen. Der sichtbare Herstellername ist nicht automatisch ein gültiger SAP-Herstellercode, und eine frei erfundene Lieferzeit hilft niemandem. Kundenspezifische Felder gehören in ein eigenes Mapping-Profil.

Kundenkontext und Preise

OCI authentifiziert den Aufruf, aber die Zugangsdaten allein bestimmen noch keinen Preis. Das Käuferprofil muss den richtigen Magento-Kontext auflösen:

  • Website und Store View
  • fester Kunde, E-Mail-Identität oder Gast
  • Kundengruppe und Katalogfreigaben
  • Währung, Steuern und Preisregeln

Prüfen Sie nicht nur, ob der Shop öffnet. Vergleichen Sie mehrere bekannte Artikel mit den vereinbarten Preisen des Kunden.

Was OCI nicht automatisch übernimmt

Die OCI-Warenkorbrückgabe ist kein vollständiger cXML-Belegzyklus. Sie legt nicht automatisch einen Magento-Auftrag an und versendet auch keine cXML-Bestätigung, Versandmeldung oder Rechnung. Falls das Projekt Folgebelege verlangt, braucht es dafür einen abgestimmten zusätzlichen Integrationsweg.

Abnahmetests für SAP OCI

  1. Gültigen und ungültigen Login prüfen.
  2. Store View, Sprache, Währung und Kundenpreise vergleichen.
  3. Einfachen, konfigurierbaren und optionalen Artikel testen.
  4. Mengen, Dezimalwerte und Einheiten kontrollieren.
  5. Sonderzeichen und lange Beschreibungen prüfen.
  6. Mehrere Positionen zurückgeben und jeden Index vergleichen.
  7. DETAIL und DETAILADD testen, wenn sie vereinbart sind.
  8. Abbruch, erneuten Einstieg und abgelaufene Sitzung prüfen.
  9. Den Warenkorb im SAP-Testsystem bis zur Bestellanforderung verfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Funktioniert OCI nur mit SAP SRM?

Nein. OCI findet sich auch in anderen SAP-geprägten Beschaffungsarchitekturen. Entscheidend ist, dass das Zielsystem den vereinbarten OCI-Vertrag bereitstellt.

Kann Magento mehrere SAP-Kunden bedienen?

Ja. Jeder Kunde erhält ein separates Käufer- und Mapping-Profil. So bleiben Zugangsdaten, Preise und Pflichtfelder voneinander getrennt.

Muss ein Kunde im Magento-Frontend angelegt sein?

Nicht immer. Ein Käuferprofil kann als Gast arbeiten. Für kundenspezifische Kataloge und Preise ist eine eindeutige Kundenzuordnung jedoch meist sinnvoll.

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Quellen

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